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Erdogan reist zu historischem Staatsbesuch nach Griechenland

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan reist heute zu einem zweitägigen Griechenland-Besuch nach Athen. Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras werden die Flüchtlingskrise, die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei sowie ein Bündel strittiger bilateraler Themen wie Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis sowie die Zypern-Frage stehen.

Es wird aber auch damit gerechnet, dass Erdogan die Auslieferung von acht türkischen Militärs fordern wird, die nach dem gescheiterten Putsch im Sommer 2016 nach Griechenland geflüchtet waren.

Vor seinem Besuch in Griechenland sprach Erdogan von einer Aktualisierung des Vertrages von Lausanne im Interview mit TV-Sender SKAI.Der Vertrag von Lausanne wurde am 24. Juli 1923 zwischen der Türkei sowie Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Griechenland, Rumänien und dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen im Palais de Rumine geschlossen. Tagungsort der Verhandlungen war das Schloss Ouchy.

Mit diesem Vertrag konnte die Türkei, nachdem sie 1922 den Griechisch-Türkischen Krieg gewonnen hatte, die Bestimmungen des nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Vertrags von Sèvres teilweise nach ihren Vorstellungen revidieren.

Das Abkommen legalisierte die bereits vollzogene Vertreibung von Griechen bzw. Türken nachträglich. Die aktuellen Grenzen der Türkei und Griechenlands haben ihren Ursprung in diesem Vertrag.

Erdogan erinnerte auch daran, der griechische Premier Alexis Tsipras versprochen hat, die acht Soldaten, die sich nach der Putschnacht des Juli zwei tausend sechszehn mit einem Hubschrauber nach Griechenland absetzten,binnen zwanzig Tagen von der griechischen Justiz ausgeliefert würden.

Die griechische Polizei zog starke Einheiten in Athen zusammen. Mindestens 3000 Beamte – darunter auch rund 200 türkische Polizisten – werden für die Sicherheit im Einsatz sein.

Diplomaten werteten den Besuch als eine Art Charmeoffensive Erdogans. Er sei wegen der Verschlechterung der Beziehungen zu Berlin und Washington in Bedrängnis geraten. Erdogan wolle mit dem Besuch in Athen auch zeigen, dass es EU-Länder gebe, die die Wichtigkeit der Türkei erkennen und keinen Streit mit dieser Regionalmacht wollen. Er wolle demnächst auch andere EU-Staaten besuchen, hieß es.

noz

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